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Integrations News

Was wurde aus Maryam und Majid

Sicher erinnern sich noch viele LiebocherInnen an das junge Ehepaar aus dem Iran, das von Februar 2016 bis Juli 2017 im Spitzwirt lebte und in dieser Zeit rege am Liebocher Gemeindeleben teilnahm.

Nach Erhalt ihres positiven Asylbescheids zog es die beiden im Sommer 2017 aus schulischen bzw. beruflichen Gründen nach Graz-Andritz. Maryam konnte schon bald ein Studium im Bereich Wirtschaftsingenieurwesen beginnen, das sie im Juli 2020 als „Wirtschaftsingenieurin- Betriebsinformatik“ abschließen wird. Um zusätzliche Qualifikationen zu erwerben, absolviert sie nebenbei einen Website-Design-Kurs.

Majid arbeitet derzeit als Produktionsmitarbeiter bei einem großen Logistikcenter in Graz-St. Peter und belegt daneben einen Software-Programmierkurs; nach dessen Abschluss hofft er, beruflich wieder in diesem Bereich Fuß fassen zu können.

Nach Lieboch kommen beide noch gerne und häufig: Um Freundschaften zu pflegen, die sie während ihrer Zeit im Spitzwirt aufgebaut haben, aber auch aus beruflichen Gründen. Maryam hatte bereits im Sommer 2019 Gelegenheit, bei der Firma Miraconsult (Monika Hirschmugl-Fuchs) ein Praktikum zu absolvieren, ein weiteres wird sich diesen Sommer anschließen. Nach Abschluss ihres Studiums im Herbst 2020 möchte sie ein Unternehmen im Raum Graz - gerne auch in Lieboch - als Wirtschaftsingenieurin unterstützen; Stellenangebote sind schon jetzt höchst willkommen.

Obwohl sie seit beinahe drei Jahren in Graz leben, fühlen sich Maryam und Majid Lieboch und ihren Bewohnern noch immer sehr verbunden. Mit Freude und Dankbarkeit denken sie an die mitunter schwere, aber  auch sehr schöne Zeit zurück, die sie hier verbracht haben.

Information zu Liebochs Asylwerbern

In der Flüchtlingsunterkunft „Spitzwirt“ in Lieboch warten derzeit (Stand Jänner 2020) noch 30 Personen aus Afghanistan und dem Irak auf das Ende ihres Asylverfahrens. Leider mahlen die Mühlen des Gesetzes für Asylwerber aus diesen Ländern aus verschiedenen Gründen besonders langsam; ein Grund mag die unübersichtliche und schwer einzuschätzende Sicherheits- und politische Lage in den Herkunftsländern sein.

Der Zeitpunkt, zu dem das ersehnte „Interview“ erfolgt, wird ausschließlich von der zuständigen Behörde festgelegt und kann von den Asylwerbern in keiner Weise beeinflusst oder gar beschleunigt werden. Ihnen bleibt daher nur das geduldige Warten, was nach mittlerweile beinahe vier Jahren die Nerven aller Beteiligten auf eine harte Probe stellt. Da Asylwerber keiner Erwerbstätigkeit nachgehen dürfen und regelmäßige Deutschkurse mangels Förderung für viele unerschwinglich sind, stellen Arbeiten in Privathaushalten im Rahmen des Dienstleistungsschecks oder gemeinnützige Arbeit in der Gemeinde eine willkommene Abwechslung dar. Viele engagieren sich auch ehrenamtlich beim Repair-Cafe, dem Roten Kreuz oder der Lebenshilfe.

Der Dienstleistungsscheck wurde in den vergangenen Sommermonaten von der Liebocher Bevölkerung insbesondere für Gartenarbeiten gut angenommen: Der von den Asylwerbern an den Tag gelegte Tatendrang und die rasche und sorgfältige Umsetzung der aufgetragenen Arbeiten hat sicher manchen vormals etwas skeptischen Auftraggeber positiv überrascht. Gewonnen haben dabei beide Seiten: Gartenbesitzer durften sich über einen in neuem Glanz erstrahlenden Garten freuen, und die Asylwerber waren glücklich über einen kleinen Zuverdienst, der häufig in Deutschkurse, Monatskarten für öffentliche Verkehrsmittel oder den für eine spätere Arbeit so wichtigen Führerschein investiert wurde.

Die Gartensaison ist mittlerweile zwar beendet, die Asylwerber – Männer wie Frauen - stehen aber gerne auch im Winter für alle anfallenden Arbeiten im und ums Haus zur Verfügung. Die Beschäftigung bei Einheimischen wird von ihnen nicht nur als Einnahmequelle angesehen, sie sind auch froh über die Möglichkeit, sich bei den Liebochern für ihre Hilfsbereitschaft in den letzten Jahren erkenntlich zeigen zu können.

Zudem nutzen sie gerne die Möglichkeit, ihre Sprachkenntnisse praktisch anzuwenden und zu vertiefen; nicht selten entstehen so aus einem reinen „Arbeitsverhältnis“ freundschaftliche Kontakte, die für beide Seiten sehr bereichernd sein können. 

Adventprojekt 2016

Die Gemeinde Lieboch erhielt vom Amt der Stmk. Landesregierung eine Förderung für ein Adventprojekt, an welchem LiebocherInnen und die Flüchtlinge teilnahmen. Im Projekt „Integration und Geborgenheit im Advent“ wurde gemeinsam gebastelt, Weihnachtslieder einstudiert, Kekse gebacken und es wurde über unsere Weihnachtsbräuche gesprochen. Am 19.12 gab es ein Weihnachtsfest. Die Geschenke für die 35 Kinder waren Spenden aus der Liebocher Bevölkerung, welche von der Freiwilligen Hilfsgruppe „HelfenWir!“ liebevoll hergerichtet und verpackt wurden. Weihnachtslieder wurden gesungen – es wurde gemeinsam gebetet für eine friedvolle Welt. Ein köstliches Festessen wurde mit viel Engagement von den Flüchtlingen zubereitet. An diesem Montagabend (Vorfall in Berlin an diesem Abend) hat Lieboch ein wertvolles Zeichen des Weihnachtsfriedens gegeben. Am 24. 12. holte man in der Früh gemeinsam das Friedenslicht vom Bahnhof.

Adventprojekt Lieboch

Erfolgreiche Integration in Lieboch

Seit Februar 2016 gibt es 2 Flüchtlingsquartiere in Lieboch mit insgesamt 85 Plätzen.

Sozusagen in „letzter Minute“ hat man sich als Gemeinde bereiterklärt, Flüchtlinge aufzunehmen um die Quote zu erfüllen. Später hat man erfahren, es waren von höherer Instanz schon 2 Unterkünfte im Industriegebiet für je 400 Personen in Planung. Diese konnten durch die Erfüllung der Pflichtquote verhindert werden.

Aktuell leben in den 2 Unterkünften: In Schadendorf: 5 Personen. Davon 2 Kinder bzw. Jugendliche unter 18 Jahren. Im Spitzwirt (ehem. Kohnhauser): 70 Personen aus Syrien, Afghanistan, Irak, Iran. Davon 35 Kinder bzw. Jugendliche unter 18 Jahren.

Viele Personen aus der Liebocher Bevölkerung konnten in den letzten Monaten positive Erfahrungen machen. Die neuen Familien nehmen an Gemeindefeierlichkeiten teil, helfen beim Müllsammeltag, einige besuchen Sonntags die Messe. Eine Gruppe von Freiwilligen unterstützt die Gemeinde bei der Integration der Neuankömmlinge: „Helfen wir! Lieboch Dobl Tobelbad“. Von ihnen werden Deutschkurse und Informationsabende über das Leben in Österreich abgehalten, gemeinsame Beschäftigungen wie Nähen, Sport, Ausflüge organisiert und Unterstützung in alltäglichen Dingen geboten. Ziel ist es, den Leuten eine sinnvolle Beschäftigung zu geben und sie rasch in unsere Kultur zu integrieren.